Habe ich Bindungsangst?

Bindungsangst

Hier erfährst du, ob du Bindungsangst hast

Hast du manchmal Angst, dich in einer Beziehung zu sehr aufzugeben? Fühlst du dich in einer Partnerschaft schnell eingeengt und möchtest manchmal davonlaufen? Hast du das Gefühl, dich nur auf dich selber verlassen zu können und sonst auf niemanden? Zählst du dich zu den starken Einzelkämpfern oder Kämpferinnen im Leben und bist stolz darauf, was du alleine gemeistert hast? Das könnte ein Indiz dafür sein, dass du Bindungsangst hast und es dir schwer fällt, eine tiefere Beziehung aufzubauen. Hier erfährst du mehr.

Menschen mit Bindungsangst haben Angst vor Nähe und Angst davor, sich emotional zu öffnen und sich in Beziehungen tiefer einzulassen. Sie strahlen oft eine starke Autonomie und Unabhängigkeit aus.

Ursachen in der Kindheit

Die Ursache für Bindungsangst liegt in der eigenen Kindheit. Denn die Beziehungen, die wir zu den engsten Bezugspersonen als Kinder erlebten, prägen uns für unser späteres Leben. Zu wenig Liebe und Fürsorge von der Mutter in der frühen Kindheit, zu wenig Unterstützung von anderen engen Bezugspersonen führte zu einen Gefühl, alleine da zu stehen. Zu früh Verantwortung übernehmen zu müssen z. B. für jüngere Geschwister führt zu Überforderung und schließlich zu der Überzeugung, sich nur auf sich selber verlassen zu können. Menschen mit Bindungsangst haben oft in der Kindheit versucht, sich übermäßig anzupassen, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Sie wurden von ihren engen Bezugspersonen enttäuscht. Sie glauben daher, dass andere Menschen sie enttäuschen und verletzten werden, wenn sie sich ihnen öffnen. Deshalb vertrauen sie niemandem.

Auf Grundlage der Bindungstheorie nach John Bowlby kann man sagen, dass Bindungsangst in der Regel einher geht mit einem unsicher-vermeidenden Bindungsstil.

Anzeichen für Bindungsangst in Beziehungen

Bindungsangst zeigt sich dann am deutlichsten, wenn es einen schwer fällt Beziehungen zu führen oder wenn in bestehenden Beziehungen immer wieder dieselben Probleme auftauchen, obwohl man eigentlich eine Partnerschaft eingehen möchte. Treffen viele der folgenden Punkte auf dich zu? Dann könnte das ein Indiz dafür sein, dass du Bindungsangst hast:

  • Du hast Angst vor Verletzungen durch deinen Partner / Partnerin und reagierst darauf mit Abwehr und Rückzug?
  • Hast du Angst dich in einer Partnerschaft zu sehr zu verlieren und aufzugeben? Deshalb hast du das Gefühl, du musst dich aus der Beziehung zurückziehen, um dir selber treu zu bleiben?
  • Du bist schon lange Single und hast Probleme dich auf eine Beziehung einzulassen?
  • Wenn du jemanden neu kennen lernst, hast du das Gefühl, er oder sie muss erst etwas tun, um dein Vertrauen zu gewinnen?
  • Sagt dir dein Partner / deine Partnerin, dass du eher verschlossen und kühl wirkst?
  • Hattest du immer das Gefühl im Leben, alleine und auf dich gestellt zu sein?
  • Fühlst du dich in einer Beziehung von deinem Partner / deiner Partnerin schnell zu sehr eingeengt?
  • Fällt es dir schwer in einer Beziehung Nähe zuzulassen, körperlich oder emotional?
  • Hast du Probleme anderen Menschen zu vertrauen?
  • Hattest du viele kurze und eher oberflächliche Beziehungen in deinem Leben?
  • War deine einzige große Liebe für dich unerreichbar?
  • Hast du in einer Partnerschaft Angst vor Erwartungen, die an dich gestellt werden könnten und bleibst deshalb lieber unverbindlich?
  • Fühlst du dich zu polyamorösen Lebenskonzepten hingezogen?
  • Neigst du dazu in einer Partnerschaft fremd zu gehen?
  • Hast du es schon erlebt, dass in einer Partnerschaft deine Gefühle für deinen Partner oder deine Partnerin ganz plötzlich verschwinden und er oder sie dich nur noch nervt?
  • Hattest du schon einmal eine On-Off-Beziehung?
  • Du gehst Konflikten lieber aus dem Weg, indem zu dich zurück ziehst oder Schluss machst, anstatt dich mit deinem Gegenüber auseinander zu setzten?
  • Hast du das Gefühl, alles im Leben alleine schaffen zu müssen?
  • Du gerätst immer wieder an Partnerinnen oder Partner, die zu sehr „klammern“?

Findest du dich darin wieder? Dann ist Bindungsangst in einem gewissen Grad für dich anscheinend ein Thema. Gerade starke, nach außen selbstbewusste Frauen, die ihre Ziele verfolgen bleiben oft Single, weil sie Probleme haben, Nähe zuzulassen. Auch bei Männern, vor allem Männern, die stark und unabhängig wirken, steckt oft Bindungsangst dahinter.

Du wünscht dir eine Beziehung, aber trotzdem klappt es nicht und einige der Punkte treffen auf dich zu? Dann ist Bindungsangst ein Thema bei dir.

Nähe und Distanz

Menschen mit Bindungsangst empfinden die Nähe zum Partner oder der Partnerin oft als so bedrohlich, dass ihre Gefühle für diese Person plötzlich verschwinden. Gerne fokussieren sie sich dann auf die Schwächen des Gegenübers und sehen nur noch diese. Erst wenn wieder etwas Distanz geschaffen worden ist, können sie wieder die Liebe und Zuneigung zu der Person empfinden.

Beziehungen von Menschen mit Bindungsangst sind in der Regel geprägt von einem ständigen Wechsel zwischen Nähe und Distanz. Gerade nach Momenten mit intensiver Nähe oder wenn ein weiterer Schritt in Richtung Verbindlichkeit unternommen werden soll, ziehst du dich wieder zurück, weil in diesen Momenten die Bindungsangst hochkommt. Das liegt oft tatsächlich an beiden Beteiligten, da du dir wahrscheinlich unbewusst auch oftmals Partnerinnen oder Partner suchst, die eine starke Verlustangst haben und zu sehr „klammern“. Bindungsangst zeigt sich sowohl in der Angst vor emotionaler Nähe, als auch in der Angst oder dem Unbehagen vor körperlicher Nähe. Das kann sich in Beziehungen auch auf die Sexualität und Intimität auswirken. In diesen Beziehungen geht es ständig darum, das richtig Maß zu finden zwischen Nähe und Distanz.

Lerne Nähe zuzulassen

Nähe zulassen lernen ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Überwindung von Bindungsangst. Es erfordert Mut und die Bereitschaft, sich auf Verletzlichkeit einzulassen. Beginne damit, deine eigenen Grenzen zu erkennen und schrittweise zu erweitern. Erlaube dir selbst, dich emotional zu öffnen und dich auf die Intimität einzulassen, auch wenn es zunächst unangenehm erscheinen mag. Übe Achtsamkeit und erlaube dir selber, verletzlich zu sein. Indem du dich der Nähe öffnest, kannst du nicht nur deine Bindungsangst überwinden, sondern auch tiefere und erfüllendere Beziehungen aufbauen. Trau dich, den ersten Schritt zu machen.

Wenn du es als solche annimmst, sind deine Schwächen eine Chance dich weiter zu entwickeln und zu wachsen. Gerade im Bereich Beziehungen können wir wachsen. Und glückliche Beziehungen sind kein Zufall.

 

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Comments

  1. Marc says:

    Ich habe mich sehr gefreut, diese großartige Seite zu entdecken. Ich muss dir für deine Zeit für diese fantastische Lektüre danken!! Ich habe definitiv jedes bisschen davon geschätzt und ich habe dich mit einem Lesezeichen versehen, um neue Informationen in deinem Blog anzusehen.

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